Die sanfte Energie von Charlie Roe

Charlie Roe

Zu den Überraschungen der ersten Festivalwoche zählt sicher Charlie Roe. Die junge Tessiner Sängerin hat das Publikum mit ihrem Charme und gesanglichem Können im Nu erobert. Mit überschäumender Energie hat sie sich aufs beste in den Black Spirit des Festivals eingebracht. Privat ist die Künstlerin eher wortkarg - sie lässt lieber ihre Lieder sprechen. Der Auftritt am vergangenen Samstag hat auch die Sängerin selbst überzeugt “Es war ein phantastischer Abend. Das Konzert lief gut. Wir fühlten uns im Einklang mit dem Publikum. Es gibt auch eine spezielle Episode zu erzählen: Ein bisschen zerstreut liess unser Gitarrist während eines Interviews seinen Instrumentenkoffer offen. Die Münzen, die wir danach darin gefunden haben sind für uns ein Zeichen, wie sehr das Publikum die Spontaneität und Vitalität in unserer Performance schätzten.”

Schon seit längerem ist Charlie Roe - mit bürgerlichem Namen Romina Bruschi - auf dem Weg nach oben im Tessiner Pop-Rock Panorama. Am JazzAscona überraschte sie mit ihrer Vielseitigkeit. Interessante Arrangements und spezielle Klangfülle bringen sie ganz nah an die New Orleans Atmosphäre. Sicher hat sie die Auswahl der Songs dem vorherrschenden Musikstil des Festivals angepasst, es sind aber auch Titel, die perfekt in ihren künstlerischen Werdegang passen: “Wir haben nur kleine Anpassungen im Akustik-Set vorgenommen. Das, was wir erst als Annäherung an den Geist von JazzAscona gedacht hatten, entpuppte sich schliesslich als anregende Entdeckung für uns selber. Ich glaube, dass wir in dieser Richtung weiter arbeiten und noch mehr Neues ausprobieren werden.”