Die Trumpet Mafia kommt ans JazzAscona: bringt Eure Trompeten dieses Jahr mit!

Mit Trumpet Mafia sieben Nachmittage gratis, offen für alle Liebhaber dieses Instruments, Seite an Seite mit den besten Festivaltrompetern 

Ashlin Parker

Ashlin Parker, 37, Trompeter im New Orleans Jazz Orchestra, ist einer der interessantesten Musiker der Nouvelle Vague in New Orleans. In der Mississippi-Metropole hat er das innovative und äussert erfolgreiche Projekt Trumpet Mafia ins Leben gerufen, mit dem er zahlreiche Trompeter zusammenbringt. Was sie alle auszeichnet ist die Lust, zusammen zu musizieren und daran zu wachsen. Dieses Projekt bringt Parker nun auch ans JazzAscona, in Form von mehreren nachmittäglichen Treffen (gratis). Dabei treffen sich alle Liebhaber der Trompete – gute und weniger gute, Neulinge und Experten – spielen miteinander, lernen voneinander, musizieren Seite an Seite mit den Profis und Trompetenstars des Festivals.

Mitarbeit statt
sterilen Rivalitäten


Die Trompeter sind ein bisschen die Stars im Jazz. Es kann vorkommen, dass bei beidseitigem gut ausgebildetem Narzissmus eine ungesunde Rivalität entsteht, umsomehr, als in einer Umgebung wie New Orleans sich tausende von guten Musikern tummeln. Besser jedoch, als sich in sterilen Rivalitäten zu verlieren ist es, ein alternatives Modell zu erfinden, begründet auf Solidarität, Begegnung und Austausch. Das sagte sich auch Ashlin Parker, als er 2013 die Basis zu seinem Projekt Trumpet Mafia legte. Unter diesem kuriosen Namen, aus einem Scherz zweier russischer Gastmusiker entstanden, fand sich alsbald eine kleine Gruppe von Trompetern zusammen, die sich fortan zwanglos jeden Sonntag trafen, um Ideen und Erfahrungen auszutauschen und zusammen zu musizieren.

Ein Erfolgsmodell in dem man
Respekt und Anteilnahme lernt


In wenigen Jahren haben sich mehr und mehr Trompeter der Initiative angeschlossen, mit einem überraschenden Resultat. “Wenn du im Kreis von 20 Kollegen spielst, alles gute Musiker wie Du oder auch besser” erklärt Ashlin Parker “wirst Du demütig und fokussierst auf das, was Du noch zu lernen hast. Es löst einen positiven Mechanismus aus, den Wunsch, immer besser zu werden, den Besten nachzueifern. Man lernt Respekt und Anteilnahme.” Ein Erfolgsmodell also, auch weil es von grossen Musikern getragen wird, nebst guten Berufsmusikern und Musikstudenten auch von unbestrittenen Meistern an der Trompete, wie zum Beispiel Nicholas Payton, welche gerne ihr Wissen und ihre Erfahrung mit andern teilen. Das Kollektiv tritt regelmässig in New Orleans und immer mehr auch im Rest der Vereinigten Staaten auf. Das Konzert, das Trumpet Mafia alljährlich am Jazz Fest gibt zum Beispiel, ist zu einem Klassiker geworden. Das Programm wird jeweils im Kollektiv der Trompeter bestimmt, arrangiert für 10, 20 oder mehr Trompeten werden die Stücke von Ashlin Parker, der Seele der Gruppe.

Was gescheht nun
in Ascona?


Nun will Ashlin Parker das Projekt in die Welt hinaus tragen und hofft, dass es auch im Tessin Fuss fassen wird. Während JazzAscona sind sieben Nachmittage für Treffen vorgesehen, mit gestandenen Trompetern des Festivals und allen Trompetern der Region, die Lust zu diesem Erlebnis haben. “Wir sind sehr offen” sagt Parker. “Vom Kind, das gerade die ersten Töne spielt bis zum Bandtrompeter, vom neugierigen Hobbytrompeter bis zum Profi, der sich gerne mit Kollegen misst sind alle willkommen. Das technische Niveau ist nicht wichtig, und man muss auch nicht schon Jazz gespielt haben. Die starken Musiker tragen die andern mit, die weniger erfahrenen stürzen sich ins Abenteuer und jeder gibt, was er kann. Zum Schluss gibt es Überraschungsauftritte in den Gassen von Ascona. Alles was zählt ist der Wunsch, zu lernen und zusammen etwas ganz Spezielles zu erleben.”
Es ist keine Musikschule, auch kein Kurs im eigentlichen Sinne. Es ist Begegnung, Austausch und Lernen mit Freude. Die Teilnahme ist gratis, und es ist nicht obligatorisch, an allen Treffen dabei zu sein.

Joining the Trumpet Mafia at JazzAscona
Von Sonntag, 23. bis Samstag, 29. Juni
Meeting point: Aula Magna im Collegio Papio, 13.00 Uhr