Bye Bye JazzAscona 34: geglückte Ausgabe, gute Schwingungen und 10% mehr Publikum

Bryan Carter

Am Samstag, 30. Juni ging die 34. Ausgabe von JazzAscona in einem Menschenmeer zu Ende. Begünstigt durch das andauernd schöne Wetter, und auch dank eines noch vielfältigeren Programms als in den vergangenen Jahren mit wahrhaft begeisternden Momenten, konnte das Festival einen grossen Publikumserfolg feiern (+10%).

Die 34. Auflage von JazzAscona wird ad acta gelegt. Nach zehn musikalisch intensiven Tagen erklangen Samstagnacht die letzten Noten auf der Piazza. Der fröhliche Abend wurde von einem überraschenden Feuerwerk gekrönt, veranstaltet für eine Hochzeitsgesellschaft in einem von Asconas 5-Sterne-Hotels. Der Präsident von JazzAscona, Guido Casparis, drückt seine Freude über das gelungene Festival so aus: “Nach der verregneten Ausgabe vom letzten Jahr (6 nasse Abende) meinte es das Wetter dieses Jahr gut mit uns. Das hat uns geholfen, neben den Übertragungen der Fussball-WM zu bestehen. Diese Konkurrenz spürte man besonders an den zwei Abenden der Spiele mit der Schweizer Nati. Der Publikumsauflauf war an den Wochentagen mit Gratiseintritt besonders stark, zum Wohle der Restaurateure auf der Piazza und der allgemeinen, stets frischen und prickelnden Stimmung.” Das Endergebnis ist bemerkenswert und positiv. Mindestens 45tausend Zuschauer haben die 180 Konzerte auf der Piazza und in den umliegenden Restaurant besucht.

Wiederum hat die abwechslungsreiche Musikauswahl überrascht. Um auch neue Publikumsgruppen anzusprechen, ohne dabei die treuen Festivalbesucher zu enttäuschen, welche mehr an der Jazztradition hängen, wurde die stilistische Palette dieses Jahr noch einmal erweitert. Der künstlerische Leiter Nicolas Gilliet betont, dass auf der Piazza am See viel R&B und Funk zu hören war und Gruppen wie die Jt & the Ka-Nection mit ihrem Bourbon Street Sound, der zum Tanzen einlud, aber auch der feurige Soul-Funk-Rock von Roosevelt Collier, die italienischen Lieder mit Paolo Jannacci oder der Bossa nova des ausgezeichneten brasilianischen Gitarristen und Sängers Luiz Meira. “Wir probieren, ein neues Gleichgewicht zu finden, ohne dabei den Charakter des Festivals zu verleugnen, der immer noch dem Jazz und der Musik von New Orleans verbunden bleibt. Mehrheitlich hat das Publikum positiv reagiert, und die Stimmung war ausgesprochen gut” – unterstreicht Gilliet.

Im weitgehend erneuerten Programm konnten die Zuhörer gestandene Künstler wie Franco Ambrosetti und Philipp Fankhauser bewundern, aber auch neue Gesichter von vielversprechenden Talenten entdecken, wie Marina &The Kats, die Sängerin aus New Orleans Quiana Lynell, die New Yorker Bryan Carter & The Young Swangers, die schwedische Sängerin Ellen Birath (wunderbar, auch wenn sie nur selten auf den Hauptbühnen zu hören war), Frank Salis & Michael Watson oder den Trompeter Ashlin Parker, den wahren Star dieser Auflage, der überall zugegen war, wo musiziert wurde (nicht nur an den Jams).

Beliebt und von Erfolg gekrönt war auch die Ausstellung “Paul Bacon, Grafikdesign der Albumcover des Jazzlabels Riverside Records” in der Casa Serodine eingerichtet vom Gemeindemuseum für zeitgenössische Kunst in Ascona. Die Ausstellung bleibt bis Ende Juli geöffnet.

Kurz und gut, es war eine mehr als erfreuliche Auflage, die uns mit neuer Zuversicht auf die Zukunft des Festivals und der neu gegründeten Associazione JazzAscona blicken lässt. Apropos Zukunft: die Daten der 35. Auflage von JazzAscona: Juni 20-29, 2019.