juin 2026 / News
JazzAscona startet ganz im Zeichen von New Orleans
Heute Abend beginnt die 42. Ausgabe von JazzAscona, bei der über 200 kostenlose Konzerte auf dem Programm stehen.
Die Verbindung zu New Orleans – seit Jahren im Mittelpunkt des künstlerischen Konzepts – wird bereits bei der Eröffnung deutlich, die ganz im Zeichen des gemeinschaftlichen Aspekt einer Parade steht: Die Louisiana State University Brass Band unter der Leitung von Babydoll Chyna Doll bringt jenen warmen, gemeinschaftlichen Klang mit, der zugleich Ritual und Fest ist (18:15 Uhr, Parade – Seepromenade).
Schon in den frühen Abendstunden treten einige der bekanntesten Namen aus Louisiana auf. Sean Ardoin (20:00 Uhr, Bühne New Orleans), einer der führenden Vertreter des zeitgenössischen Zydeco, bringt eine direkte Energie mit, die tief in der kreolischen Tradition verwurzelt ist und es schafft, Tradition und Bühnenpräsenz zu verbinden.
An seiner Seite treten die NOJO5 (20:30 Uhr, Stage Elvezia) auf, deren Musiker dem New Orleans Jazz Orchestra verbunden sind: Ein kompakter und strahlender Jazz, der sich mühelos zwischen formaler Präzision und rhythmischem Schwung bewegt.
In ähnlicher Manier, jedoch mit einer anderen Ausdruckskraft, präsentiert sich die Stimme von Angelique (21:45 Uhr, Stage Seven), die ihr Debüt in Ascona gibt: Ein volles Timbre, eine intensive Präsenz und ein Repertoire, das mit bemerkenswerter Freiheit zwischen Soul und Jazz wechselt.
Abgerundet wird das Programm von der Jungle Jazz Band (21:30 Uhr, Blue LLama Terrace), die mit einem direkten, bewusst rauen Sound, der dem Geist der ersten Jazzbands treu bleibt, das Hörerlebnis zu den Ursprüngen zurückführt.
Zum Abschluss noch ein Tipp für alle Liebhaber des Gypsy-Jazz im Rahmen der Sektion „Acoustic Town“: das hervorragende String Duet of Love (18:30 Uhr im Sialia Gourmet) mit dem italienischen Geiger Federico Zaltron und dem französischen Gitarristen Duved Dunayevsky, der von vielen als geistiger Erbe von Django Reinhardt angesehen wird.
Ein Auftakt, der die Ausrichtung des Festivals sofort deutlich macht: New Orleans als lebendiger Bezugspunkt zwischen Tradition und Moderne.